Wort zum Sonntag

Schupps, sind sie groß!

 

Nun ist es wieder so weit, gerade noch im Taufkleid und jetzt auf hohen Schuhen mit aufgesteckten Haaren vorm Altar zur Einsegnung bei der Konfirmation.

Die Kleidung ist wieder sehr festlich und die Mädchen von nebenan sehen aus wie junge Damen.

Die Jungs von nebenan sehen auch toll aus aber häufig eher wie Jungs, die man in einen Anzug gesteckt hat. Viele der jungen Herren warten sehnsüchtig auf den Wachstumsschub. Darum werden die Konfirmationshosen gern auch auf den letzten Drücker gekauft. Ich weiß nicht, was in der Milch ist, aber manchmal schießen sie in die Höhe von einem Moment zum anderen und die Hose vom letzten Monat hat plötzlich Hochwasser.

 

Die Welt steht diesen jungen Menschen offen, manchmal nur ein Spalt breit, weil sie schon mit zuviel Gepäck auf den Weg müssen, zu viel haben sie schon erlebt, doch viele dürfen noch unbelastet los marschieren, auch wenn sie meinen, dass sie schon sehr wissend und abgeklärt sind.

 

In der Konfirmation antworten unsere Kinder auf Gottes „Ja“ in der Taufe mit ihrem „Ja“ zu Gott. Diese „Ja“ verstehe ich als Vorsatz, der Versuch eines Versprechens, niemand weiß doch was kommt.

 

Meine Beziehung zu Gott ist von einem Auf und Ab geprägt. Er kürzlich wollte ich ihm mal wieder alles vor die Füße schmeißen. Das Problem ist nur, solange ich Gott noch anzicke, gehe ich offensichtlich davon aus, dass ich ein Gegenüber habe. Keine Glaubens- aber eine Vertrauenskrise. Es geschieht einfach, ich kann nicht immer nur „Luja“ singen, Mutlosigkeit und Verzweiflung bahnen sich begleitet von meiner Wimperntusche ihren sichtbaren Weg.

 

Ich wünsche unseren Konfirmanden, dass ihre Beziehung zu Gott wachsen möge, auch wenn sie vielleicht zeitweise etwas blasser und diffuser wird, wie ein altes Tattoo, das auf der Haut bläulich verschwimmt.

Aber vielleicht verhält sie sich auch gerade wie ein Tattoo, dass auf jugendlich frischer Haut aufgetragen, eine zarte Rose auf der Schulter war und im Alter wie eine Chrysantheme aussieht, weil man doch etwas runder geworden ist, eine gewachsene Beziehung.

 

Mögen sie mutig ins Leben gehen und spüren, dass sie in schweren Stunden auch ein Stück getragen werden, auch wenn man das gern erst wahrnimmt, wenn der Blick wieder klar ist.

 

Und Jungs, macht euch keine Sorgen, in zehn Jahren steigt ihr aus dem Auto und man fragt sich, wer das denn bitte ist, groß und breitschultrig, völlig verändert. Das kindliche ist verschwunden, manchmal hat es die Haare aber gleich mitgenommen.

 

Ich wünsche allen Familien wunderschöne Konfirmationsfeiern

 

Ihre Beritt Mahrt

Wir veröffentlichen unser geistliches Wort  wöchentlich im "Keesblatt", einem Anzeigeblatt für die Wilstermarsch. An dieser Stelle erscheint jede Woche ein aktuelles "Wort zum Sonntag", die "Online-Version".

 

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Kirchengemeinden in der Wilstermarsch
Verantwortlich: Pastor Jens Siebmann, Schulstraße 2, 25599 Wewelsfleth,
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